Neugestaltung der Versionsverwaltung bei Anthropic
· Quelle: Simon Willison
Anthropic hat ein eigenes Versionskontrollsystem namens Scion entwickelt, um Git durch die explosionsartige Zunahme von Codeänderungen zu ersetzen. Laut internen Angaben integrierte das Unternehmen im Mai 2026 etwa 2 500 Änderungen pro Tag; diese Zahl stieg im September auf über 30 000, als mehrere Modelle wie Opus 4.6, Sonnet 4.6, Mythos Preview und Fable 5 veröffentlicht wurden. Die neue Lösung führt „Antique“ ein, ein Code‑Review‑Mechanismus, der die traditionellen Pull‑Requests weitgehend ersetzt. Scion ist als zentralisiertes Versionskontrollsystem konzipiert, ähnlich Subversion, und erfüllt extreme Anforderungen: Der Hauptbranch‑Verlauf belegt rund 100 GB, eine komprimierte Arbeitskopie übersteigt 25 GB, und das Unternehmen führt täglich rund 25 Millionen Code‑Pulls für CI durch. Bei einer naiven Nutzung von Git würde dies mehr als 600 PB an täglichem Datenverkehr erzeugen. Ein Team von sieben Ingenieuren vollendete die Migration in fünf Monaten. Die Verantwortlichen betonen, dass die meisten Scion‑Nutzungen online erfolgen, sodass Offline‑Kapazitäten nicht vorrangig waren. Die adversarielle Überprüfung, unterstützt von Modellen wie Claude, ist entscheidend für die Qualitätssicherung, erfordert jedoch erfahrene Ingenieure zur Aufsicht.
Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Unternehmen, die KI in großem Maßstab entwickeln, ihre grundlegenden Infrastrukturen wie Versionskontrolle neu überdenken müssen, um die enormen Datenmengen und die Geschwindigkeit der Entwicklung zu bewältigen. Dies könnte zukünftige technologische Entscheidungen anderer Akteure im Sektor beeinflussen.
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